Coworker der GarageBilk Teil 3 – Andre Lapehn

Andre Lapehn ist Geschäftsführer der Agentur „Reviergold“ und Inhaber von „wirjetzthier“. Seit ca. einem Jahr Coworker in der GarageBilk. Er veranstaltet in der Garage unter anderem die „Social Media-Garage“ – nächster Termin übrigens: 21.06.2012 .

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Wer bist Du und was sind Deine Leistungen?

Ich bin André Lapehn (33 Jahre), verheiratet, drei Kinder, kein Vorgarten – kein Hund. Dafür eine große Plattensammlung, Spaß an Konzerten, Netzwerken & Marketing. Hohe Online-Affinität: Nach den Jahren weniger nerdy, sondern konzeptioneller.

Als Agentur unterstützen wir Unternehmen im Bereich der Kommunikation. Online & Offline. Wir nennen es Alternative PR und meinen damit das Zusammenspiel aus klassischer Pressearbeit und Social Web. Leistungen sind beispielsweise Konzeption, Technik (Programmierung), Grafik, Textredaktion & Workshops.

In der Praxis kann es das komplette Social Media Management einer Marke inkl. der Content-Produktion, die Umsetzung von Apps für Unternehmen, Textredaktion für Broschüren oder Websites, Social Media-Workshops (zum Beispiel IHK-Lehrgänge) sowie die mediale Begleitung von Events sein.

 

Was sind Deine Ziele als Agenturchef und wie bist Du auf die Idee gekommen, gerade in diesem Bereich selbstständig zu werden?

Es gibt einige Marken, die mich reizen und für welche ich gerne einmal tätig werden möchte. Seit Beginn ist mein Ziel, mit Menschen zu arbeiten, die mich interessieren und begeistern, Menschen die etwas zu erzählen haben. Ich möchte gerne neue Dinge mitentwickeln. Projekte effektiv unterstützen. Einen Mehrwert durch meine Arbeit schaffen. Das ist mir wichtig. Damit muss ich abends schlafen gehen. Und ich möchte diesen Anspruch an meine Arbeit und mein gutes Geiwssen nicht verlieren.

Wie ich darauf gekommen bin? Ich war schon immer selbständig. Mit 9 vertickte ich auf dem Schulhof den älteren Mitschülern die Ausschnitte aus den Bravo-Beratungsseiten über Liebe. Darauf folgte der Aufbau meines Panini-Imperiums und ein erstes Fanzine. Mit 13, als Bassisit meiner ersten Schülerband, organisierte ich die ersten Auftritte und war für das Marketing zuständig. Später schrieb ich dann Blogbeiträge und Newsletter und kümmerte mich um die Presse, besorgte Merch, baute und betreute Websites usw. Der Organisations-Superclou bestand in 17 Guerilla-Konzerten in 5 Ruhrgebietsstädten an 3 Tagen. So was hat mir immer Spaß gemacht und es hat auch nicht aufgehört, als wir mit der Band später einen Majorvertrag unterschrieben haben.

Heute, einige Jahre später, macht mir der gleiche Kram immer noch Spaß. Hinzu kommt inzwischen die Erfahrung, die ich in Agenturen und mit verschiedenen Kooperationspartnern sammeln konnte. Zuletzt habe ich mich auf Konzeption, Beratung und meine Dozententätigkeit konzentriert. Dass sich das „Arbeit“ nennt – super.

 

Gab es Hürden oder Hindernisse auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Ich denke, zu Beginn einer jeden Selbständigkeit sind die finanziellen Sorgen groß. Schlimmer ist es noch, wenn Familie im Spiel ist. Das waren meine größten Hürden. Vor allem der Familie ausreichend Zeit einzuräumen.

 

Was kannst Du mit Deiner Erfahrung angehenden Existenzgründern raten?

Auch wenn es anfänglich schwer ist: Arbeitet nur für Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen etc., die Ihr selber kaufen, anziehen, besuchen, buchen, essen oder wie auch immer nutzen würdet. Findet die Balance aus Herzensangelegenheit und Wirtschaftlichkeit. Wirtschaftliche Kreativleistungen sind meiner Meinung nach nur zu erreichen, wenn das Herz richtig schlägt, der Verstand gerade ist und der Kopf noch spinnen darf. Intuitionen folgen – unabhängig bleiben.

Was kann man an den Leistungen, die die GarageBilk liefert, Deiner Meinung noch verbessern?

Nett wäre eine Art Café, in dem man sitzen und abseits der Arbeit quatschen und Musik hören kann. Aber, ich finde da läuft doch schon sehr, sehr viel unverbesserbar gut.

Als letztes möchten wir gerne mit Dir einen kleinen Ausblick in die Zukunft wagen. Was wird für Dich mittel- bis langfristig als unternehmerisches Ziel auf der Agenda stehen?

„Wer nicht wächst, schrumpft.“ Das ist ein Zitat, das ich mal irgendwo aufgeschnappt habe, und das sicher nicht ganz falsch ist. Damit beschäftige ich mich. Größer werden, ohne von zu vielen Faktoren abhängig zu sein.

Kreativ bleiben, weiterhin tolle Kunden und Herzensprojekte wie beispielsweise Urbanatix zu betreuen. Weiterhin Zeit zu haben für fantastische Projekte wie Tellavision-Clothing, mit denen es im Sommer nach Rio, zur UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) ging.