Coworker der GarageBilk Teil 12 – Christian Langen

Christian Langen hat sich als erfahrener Manager von Solarunternehmen  jetzt mit seinem Beratungsunternehmen dynago selbstständig gemacht.

Wer bist du and warum hast du dich gerade selbständig gemacht?

Ich heiße Christian Langen, bin 40 Jahre alt, verheiratet mit einer wunderbaren Finnin und mit Herz und Verstand seit vielen Jahren Fan erneuerbarer Energien. Insbesondere die Solarenergie hat mich vor fast 10 Jahren in Ihren Bann gezogen. In diesem Bereich war ich zuletzt als „angestellter Manager“ aktiv. Nach acht Jahren in verschiedenen Führungspositionen hatte ich immer mehr den Eindruck, dass ich ohne den „organisatorischen Ballast“ eines großen Unternehmens im Rücken mehr für mich und andere erreichen kann – und dazu noch mit mehr Spaß am Arbeiten. Zum Glück habe ich die Zeit in der Führungsetage dazu genutzt, ein gutes internationales Branchennetzwerk aufzubauen, von dem ich mit meiner gerade gegründeten kleinen Beratungsfirma dynago sehr profitiere.

Welche Leistungen bietest du an und wer sind deine Kunden?

Meine ersten Klienten sowie potentielle zukünftige kenne ich aus den letzten Jahren bereits ganz gut, entweder als Kunden, Lieferanten oder Mitstreiter im Markt der erneuerbaren Energien. Es sind aber auch Unternehmen dabei, die gerade erst überlegen, in diesem Bereich zu investieren. Ich bin dort als vertrauenswürdiger Sparringspartner und Coach tageweise für die Führungsmannschaft aktiv und helfe bei Partnersuche, strategischen Entscheidungen, Internationalisierung, Kommunikation, Change-Management und anderen Führungsthemen. Glücklicherweise führen mich diese Aufträge auch mal auf andere Kontinente. Reisen und dabei viel zu sehen ist mir sehr wichtig. Als „Hobby“ helfe ich zudem gerade einer Non-Profit- Organisation, ein Lernzentrum im ländlichen Kambodscha aufzubauen – das ist sehr inspirierend.

Welche Hürden und Hindernisse gab es für dich auf dem Weg in die Selbständigkeit?

Die größte Überwindung für meinen „inneren Schweinehund“ war es, aus einer sehr gut bezahlten und hoch angesehenen Angestelltentätigkeit plötzlich in die völlige Unabhängigkeit und anfängliche Strukturlosigkeit zu wechseln. Viele meiner früheren Kollegen konnten das nicht verstehen.

Man muss sich auch klar sein, dass sogar gute Geschäftskontakte, die deinen Anruf früher zu jeder Tages- und Nachtzeit angenommen hätten, eine andere Perspektive auf dich haben, wenn du beratend unterwegs bist. Da bleibe ich heute schon mal, wo es das noch gibt, im „Vorzimmer“ hängen. Insgesamt sollte man sein Selbstwertgefühl nicht aus einem Titel schöpfen, sondern aus dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Was würdest du fest angestellten Menschen raten, die sich überlegen, in die Selbständigkeit zu gehen

Ich glaube sehr stark an die Chancen der Netzwerk-Ökonomie und habe aus eigener Erfahrung den Eindruck, dass die Art und Weise, wie viele Unternehmen heute geführt werden und organisiert sind, sich radikal zugunsten von Expertennetzwerken ändern muss und letztlich wird. Wer eine klar definierte Kompetenz, gute Kontakte zu möglichen Kunden, eine hohe Eigenmotivation und einen gewissen Freiheitsdrang hat, der hat gute Chancen auf Erfolg in der Selbständigkeit. Besonders in der schwierigen Anlaufphase sollte man sich oft mit Gleichgesinnten austauschen und dadurch erkennen, dass man nicht so allein ist, wie man sich manchmal fühlt. Die GarageBilk ist zudem ein prima Beispiel dafür, wie man die soziale Komponente des Angestelltendaseins auch als Selbständiger erleben kann.

Wenn Du Dir einen kleinen Ausblick in die Zukunft erlaubst; was steht da auf Deiner Agenda?

Ich will vor allem qualitativ wachsen, denn mein Geschäftsmodell ist kaum „skalierbar“. Dazu arbeite ich mit einem befreundeten Unternehmen und einer Uni an einem Trainingsprogramm für Führungskräfte, bilde mich in systemischem Coaching weiter, halte Vorträge auf Solarkonferenzen und publiziere in Branchenmagazinen. Insgesamt möchte ich den internationalen Anteil meiner Kunden weiter ausbauen.

Ganz operativ: endlich meine Webseite bauen (lassen) – da findet sich bestimmt Unterstützung unter den Coworkern ;)