Coworker der GarageBilk Teil 33 – Christian Fleischer

Christian, wer bist Du und was ist Deine bisherige berufliche Laufbahn?

Ich bin 34 Jahre, verheiratet und habe einen Sohn im Alter von 15 Monaten. Gebürtig komme ich aus dem Fr(rrrrrrrr)ankenland. Im Jahr 2009 zog es mich nach Aachen, seit dem bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen University. Bis 2009 habe ich in den USA Elektrotechnik mit techn. Informatik studiert, allerdings, die Nebenwirkungen der regionalen Fast-Food Cuisine hatten mich in meiner Entscheidung, wieder nach Deutschland zu kommen, bestärkt :).

In den Jahren hatte ich versucht die Theorie in die Tat umzusetzen, bei verschiedenen OEMs und Zulieferern in Deutschland, USA oder Dänemark konnte ich interessante Praktika zum Thema Elektromobilität, alternative Antriebe oder autonomes Fahren absolvieren. Leider gewinnt das Geschäftsfeld Elektromobilität nicht so schnell an Bedeutung wie viele sich das wünschen. Das motiviert mich umso mehr weiter daran zu arbeiten, damit der E-Antieb zeitnah in der Breite preislich und energetisch mit dem Verbrennungsmotor konkurrieren kann.

Momentan arbeite ich an meiner Doktorarbeit im Bereich der Elektromobilität. Hier erarbeite ich neuartige Algorithmen für die On-board Diagnose von Lithium-Ionen in Elektrofahrzeugen.

Was sind deine Visionen, was treibt dich an?

Meine Vision, was können wir konkret gegen den Klimawandel und speziell die Erderwärmung tun? Hier spielt das Klimagas CO2 eine zentrale Rolle, nicht zuletzt vom global ansteigenden Individualverkehr verursacht. Ich sehe hier die Elektromobilität in Wechselwirkung mit erneuerbaren Energien als wichtigsten Teil der Lösung. Große Anstrengungen in der gesamten Wertschöpfungskette sind nötig, zum einen ein Umdenken in den Köpfen vieler Menschen (Reichweite), zum anderen müssen die politischen (Mobilitätskonzepte, städteplanerischen Aufgaben, Stromnetz, Steuer), technischen (Batterietechnik) und infrastrukturellen (Ladestationen) Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Ursprünge der Elektromobilität fallen unmittelbar mit der Entwicklung des Elektromotors ~1830 und des Bleiakkumulators ~1860 zusammen, also vor der Entwicklung des Verbrennungsmotors ~1876. Es kam zu einem Kopf-an-Kopf Rennen der verschiedenen Antriebskonzepte, wobei sich die heute gültige Antriebstechnik, der Verbrenner, bedingt durch die begrenzte Reichweite und Batterielebensdauer, herauszubilden begann.

Gott sei Dank erfährt das Elektroauto seine Renaissance, nicht zuletzt durch die Einführung der Lithium Ionen Zellen, die sich als geeigneter Energiespeicher im Elektrofahrzeug etabliert hat.

Meine Motivation die Emobilität voranzutreiben beruht auf der Tatsache dass die Abhängigkeit von fossilen Energien reduziert werden muss, weil wir unseren Kindern eine gesunde und intakte Umwelt hinterlassen wollen.

Außerdem hat die Regierung mit der Verabschiedung des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität ein Ziel gesetzt, das besagt, dass bis  zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollen.

Hands On!

Warum hat die Elektromobilität ein Imageproblem

Der Preis pro Kilowattstunde lag bei 400€, die Preise für dieselbe Energie liegt heute bereits unter 200€. Betrachtet man die Consumer-Zellen, die wir täglich in unseren Laptops herumtragen oder der E-Autobauer TESLA verbaut, belaufen sich die Kosten auf ca. 110€. Trotz der niedrigeren Preise für ein Batteriepack werden nach wie vor wenige Fahrzeugneuentwicklungen mit Elektroantrieb vorgestellt. Besonders die Deutschen OEMs verstecken sich gerne hinter dem Batterie-Dilemma, obwohl die bessere Hard- und Software die Reichweite der Fahrzeuge deutlich verbessert. Das Know-How und Technik ist definitiv vorhanden, dennoch fahren die Deutschen mit angezogener Handbremse und zögern mit TESLA-Gegenwehr. Dazu kommt dass sich die Deutschland in ein unterschätzendes strategisches Risiko begibt, indem sie die einzige Produktionsstätte von Li-Ionen Zellen für Elektroautos schließt. E-mobility hat ein hohes Marktpotential, mit Innovationskraft, Qualität und Produktivität können viele Arbeitsplätze geschaffen werden.

Was schätzt Du an der GarageBilk und wie bist Du auf uns gekommen?

Das tägliche Pendeln mit dem Zug nach Aachen wurde auf Dauer nervig, die verlorene Zeit wollte ich viel lieber mit meiner Familie verbringen. Zuhause konnte ich mich nicht richtig konzentrieren, ich wollte lieber mit meinem Sohn Lego spielen, ihm Bücher vorlesen oder einfach nur herumtollen. Daraufhin hatten wir nach einem Zimmer in einer WG gesucht. Meine Frau bekam auf Facebook dann recht schnell einen Hinweis bzgl der GarageBilk, ich meine sogar von einem Coworker, das machte mich richtig neugierig. Die Entscheidung im Oktober 2014 hier einen Tisch zu besetzen war ein No-brainer, obwohl das Konzept neu für mich war.

Die Möglichkeit, dass Coworker voneinander lernen und sich connecten hilft mir meinem Ziel, der Promotion, näher zu kommen. Für mich als Langzeitstudent mit bedingter Berufserfahrung ist es auch eine positive Erfahrung zu sehen, wie andere Coworker an Problem- und Fragestellungen herangehen. Hier arbeiten super professionelle und freundliche Menschen mit unterschiedlichen Background und Geschichten die mich auch inspirieren und motivieren. Auch meine Produktivität steigt dadurch, zum einen dadurch dass ich kein „Telefon am Platz“ habe und somit dem Projektpartnerradar entgehen kann, zum anderen ist die Büroatmosphäre ruhiger sodass ein konzentriertes Arbeiten gegeben ist.

Ich hatte auch schon die Möglichkeit bei einigen interessanten Events, wie z.B. Präsentationstechnik teilzunehmen. Im Nachgang habe ich viel Unterstützung zu diesem Thema von Coworkern erhalten. Der positive Gesamteindruck wird durch die super Unterstützung der Hosts abgerundet, die uns stets den Rücken frei halten!