Coworker der GarageBilk Teil 40 – Christian Schaefer

Heute erzählt euch Christian, warum man auch zu unseren Coworkern zählt, obwohl man gar nicht bei uns vor Ort sitzt ;-)

Hallo Christian. Stell Dich doch mal vor und erzähl, was Du so machst.

Gerne. Ich bin Christian, werde aber eigentlich von allen „Schepp“ genannt. Auch von meiner Frau :) Desweiteren bin ich mit meinen 37 Jahren Papa von zwei kleinen Mädchen. Diesen Sack Flöhe domptiere ich an drei Nachmittagen die Woche. Ein harter Job.
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Von dem erhole ich mich die restliche Zeit, indem ich mich als freiberuflicher Webentwickler Frontend verdinge, also viel HTML5, SASS, JavaScript und im letzten Jahr auch viel AngularJS.

Ich werde viel von Agenturen auf Projektbasis gebucht und sitze dann dementsprechend bei denen vor Ort. In der Regel werde ich gerufen, wenn es an Manpower fehlt oder wenn ein Projekt technisch sehr fordernd ist. Ich bin  sozusagen der Mr. Wolf der Webentwicklung, haha!

Du bist aber nicht für andere tätig, sondern hast auch ein eigenes Projekt, an dem Du sitzt: Eine eigene Firma.

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Das stimmt. Ich bin auch Mitgründer und technischer Leiter der Wohnungssuchseite „Salz&Brot„. Bis das Bestellerprinzip im Juni diesen Jahres kam, war unser Hauptalleinstellungsmerkmal, dass es bei uns nur provisionsfreie Wohnungen gab. Die gibt es jetzt überall. Darüberhinaus versuchen wir jedoch, eine modernere, schnellere und verständlichere User Experience als die etablierten Portale abzuliefern. Das gelingt uns ganz gut. Hinter den Kulissen arbeiten wir aber schon seit längerem an einer neuen Version. Wenn ich also mal nicht in einer Agentur sitze, dann meist in unserem Büro in Friedrichstadt, wo ich entweder bei Planungen unterstütze oder neue Features einbaue. Das gesamte Team aus Business Angels und Unterstützern ist zwar größer, aber operativ bestehen wir nur aus drei Mann. Nach über drei Jahren präsenz sind wir definitiv kein Startup mehr, sondern einfach nur eine kleine Firma. Ich finde den Begriff „Startup“ sowieso etwas schwierig, weil das oft nur eine nette Verpackung für Erfolglosigkeit ist. Bei uns hat es auch lange gedauert, bis wir mal in die schwarzen Zahlen gekommen sind. Internetangebote zu monetarisieren ist echt nicht einfach. Die Leute wollen einfach nichts ausgeben. Außerdem fehlt uns abseits der großen Metropolen weiterhin an Inhalten, weswegen wir in letzter Zeit verstärkt auf Partnerschaften mit großen Portalen setzen. Mal sehen, wo die Reise hingeht.

Salz&Brot

 

Du sitzt also so gut wie nie in unseren Hallen. Was macht Dich dann zu einem „Coworker“?

Jeden 2. Donnerstag eines Monats treffen sich Webworker in der GarageBilk um voneinander zu lernen.
Christian: Nun, der Begriff „Coworking“ beschränkt sich ja nicht allein aufs Tagesgeschäft. Coworking bedeutet letztendlich doch, zusammen etwas auf die Beine zu stellen und von gegenseitigem Wissen zu profitieren. Das kann auch in Form von einmaligen Events oder regelmäßigen Treffen nach Feierabend sein. Und genau so ein Treffen organisiere ich nun seit etwa zweieinhalb Jahren, und zwar in Euren Räumlichkeiten: Das Webworkertreffen „Webworker NRW„. Webinteressierte treffen sich dort einmal im Monat nach Feierabend und lauschen einem Vortrag und betreiben Wissensaustausch. Inhaltlich ist alles vertreten, das mit der Webentwicklung zu tun hat, also Frontend, Backend oder auch Design. Entstanden ist das Treffen damals, weil ich es schade fand, dass es nichts derartiges in Düsseldorf gab. Meckern alleine hilft nur niemandem weiter, besser wird es nur, wenn man es dann in die Hand nimmt. Und das Tat ich. Zum Glück bin ich gut in der Szene vernetzt, so dass sich schnell ein Fundament an Leuten und Vortragsthemen zusammenfanden. Da es gleichermaßen Leute aus dem Ruhrgebiet, wie auch Köln/Leverkusen und Düsseldorf waren, nannten wir uns, zwar ein wenig großspurig aber dafür auch neutral „Webworker NRW“ und nicht etwa „Webworker Düsseldorf“. Das Organisieren ist ein wenig Arbeit, aber zum Glück auch viel Routine, und aktuell haben wir einen Stamm von etwa 20 Besuchern, die sich jeden Monat zusammenfinden. Aber dabei soll es nicht bleiben. Jeder, der mag, soll gerne spontan vorbeikommen. Am besten, man behält uns auf meetup.com auf dem Schirm.

Du hast anscheinend ein Faible für sogenanntes „Knowledge Sharing“, denn Du betreibst außerdem noch einen Podcast und bist auch sonst umtriebig, richtig?

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Christian: Ja, das stimmt. Ich bin Autor eines Videotraining und schreibe Artikel für die Screenguide und die t3n. Ab und an stelle ich mich auch auf die große Bühne und halte einen Vortrag – meist zum Thema „HTTP/2“. Am meisten Arbeit stecke ich jedoch in den von Dir angesprochenen Podcast namens „Working Draft„. Den Podcast mache ich allerdings nicht alleine, sondern wir sind insgesamt sechs Mitstreiter. Das besondere ist, dass nur ich in Düsseldorf sitze. Die anderen wohnen in Berlin, Köln, München, Darmstadt und einer von uns ist Österreicher und lebt in Linz. Allesamt fantastische Leute und Korriphäen in ihren jeweiligen Teilbereichen. Und wir teilen offenbar allesamt das Hobby des „Knowledge Sharing“. Einmal die Woche nehmen wir in unterschielichen Konstellationen abends nach Feierabend per Skype-Call auf und sprechen dann über aktuelle Entwicklungen aus der Frontend-Welt. Das ganze wird dann noch garniert mit ein paar Links und Leseempfehlungen und so kommen wir Woche für Woche auf rund eine Stunde Audiomaterial. Aktuell steht der Zähler bei 240 Episoden, sprich, wir machen das jetzt seit ziemlich genau fünf Jahren. Disziplin und Durchhaltevermögen sind dafür das A und O. Und auch das Bemühen, unsere Aufwände niedrig zu halten, um nicht in Schönheit zu sterben. Die Themen ergeben sich meist von alleine, und gestaltet ist das Ganze ein wenig in der Art eines Kaminfeuergesprächs. Ab und zu laden wir uns auch Gäste zu bestimmten Themen ein, hin und wieder sogar englischsprachige. Macht Spaß. Also wer mag, gerne reinhören!