Interview zur FuckUpNight: Die Rolle der Startups im Commerce und ein persönlicher FuckUp

Am Mittwoch findet unter dem Dach der NEOCOM die FuckupNight Special Edition statt. Dazu haben wir die Geschäftsführerin des Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH, Ioana Sträter, die die NEOCOM organisiert, zur Rolle von Startups im Einzelhandel befragt. Außerdem verrät sie ein ganz persöhnliches FuckUp.

GarageBilk: Mit welchen Herausforderungen hat der Handel in Zukunft zu rechnen und wie kann er sich darauf vorbereiten?

Ioana Sträter: Der Handel ist durch die digitale Transformation sehr gefordert. Omnichannel-Strategien und die zugehörigen Prozessanpassungen sind mit hohem Aufwand und erheblichen Risiken verbunden. Händler werden ein Gleichgewicht zwischen stationärem und Online-Handel finden, die Auftragsabwicklung in den Griff bekommen und dabei noch ein ansprechendes Einkaufserlebnis bieten. Dabei spielen Kundennähe, Storytelling, Business Intelligence, Smart Data und neue Technologien eine sehr große Rolle.

Auf der NEOCOM, im Kongress sowie auf der Messe, werden alle diese Themen von Top-Experten aus Unternehmen wie Douglas, Otto, Aponeo, Atalanda, dunnhumby, Emarsys, Iglo UK, L’Occitane, Mammut Sports, Puma, Ravensburger, Runners Point oder dem Berliner Start-up Inkubator „Project A Ventures“ angesprochen.

Die internationalen Keynotes, u.a. von Brian Solis oder Andrew Keen – dem Silicon Valley Kritiker – werden sicherlich auch zu den zukunftweisenden Highlights gehören.

Auf der NEOCOM Messe werden sowohl das operative Tagesgeschäft im Multichannel-Handel beleuchtet, als auch Lösungen für optimierte Prozesse aufgezeigt – vom Dialogmarketing bis zur Bestellannahme über Payment und Logistik bis hin zu intelligenten Online- und Mobile-Lösungen und Retouren-Management.

GarageBilk: Welche Rolle spielen Startups und moderne Technologie wie iBeacon im Handel?

Ioana Sträter: Eine sehr große Rolle. Technologien wie Mobile Tech, Augmented Reality, in-Store Technologies und NFC sind aus den aktuellen Entwicklungen im Handel nicht mehr wegzudenken. Start-ups bringen Innovation, Frische und viele gute neue Ideen, auch für die etablierten Player.

GarageBilk: Bei Startups gehört Scheitern dazu. Wie kann sich der Handel dadurch inspirieren lassen?

Ioana Sträter: Fail fast, fail cheap and move on – das sollte nicht nur für den Handel, sondern für alle Unternehmen, die in der digitalen Transformation gewinnen wollen, das Motto sein.

GarageBilk: Haben Sie einen Fuckup, den Sie mit uns teilen möchten?

Ioana Sträter: Wir alle haben große oder keine Fuckups. Das Wichtigste ist, daraus eine Lektion zu ziehen. Ein Persönliches: Ich habe vor langer Zeit mit einigen Freunden eine Jazz Bar gegründet. Sehr erfolgreich, die erste ihrer Art in meiner Stadt. Wir wussten schon, wie wir die Kunden anziehen können (denn wir waren selbst unsere besten Kunden), aber wir verstanden nicht sehr viel vom Geschäft. Sechs Monate nach der Eröffnung haben wir beschlossen, dass es zwar einen Riesenspaß macht, eine Jazzbar zu führen, allerdings nicht mehr wenn sie rote Zahlen schreibt. Wir haben unsere Bar deswegen verkauft. Und gelernt: Spaß allein reicht zum führen von Geschäften nicht aus.